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Welttag des Wohnens

Am Montag, 5. Oktober 2026, ist World Habitat Day. Bei uns dreht sich alles ums Wohnen, deshalb nehmen wir diesen Tag zum Anlass, die Wohnsituation in der Schweiz und ihre Entwicklung zu beleuchten.
Welttag des Wohnens Ginesta scaled

Date

2.10.2026

Autor

Christina Maron

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Wohnlandschaft Schweiz

Die Schweiz wohnt überwiegend zur Miete: Rund 2,48 Millionen Haushalte lebten 2024 in Miet- oder Genossenschaftswohnungen. Rund 1,45 Millionen bewohnten ihr eigenes Haus oder ihre eigene Wohnung. Ende 2025 zählte die Schweiz insgesamt rund 4,88 Millionen Wohnungen und über eine Million Einfamilienhäuser. Dieser Bestand umfasst auch unbewohnte Objekte und Zweitwohnungen. So zeigt sich die Schweizer Wohnlandschaft in den Zahlen des Bundesamtes für Statistik.

Viel Wohnfläche, oft wenige Bewohner

Eine bewohnte Wohnung hatte 2025 durchschnittlich 102 Quadratmeter Wohnfläche. Pro Person standen im Durchschnitt 46,6 Quadratmeter zur Verfügung. Dieser Wert war über viele Jahre gestiegen, stagniert aber seit 2021. Die regionalen Unterschiede sind deutlich: In der Genferseeregion lag die Wohnfläche pro Person bei 42,5 Quadratmetern, in der Ostschweiz bei 49,7 und im Tessin bei 49,8 Quadratmetern. Einfamilienhäuser bieten mehr Raum pro Person. Auffallend dabei ist, dass in 55 Prozent der bewohnten Einfamilienhäuser lediglich eine oder zwei Personen lebten. Das Einfamilienhaus dient damit häufig kleinen Haushalten. Ein ehemaliges Kinderzimmer kann heute Arbeitsraum, Gästezimmer oder Rückzugsort sein. Zusätzlicher Platz kann einen Nutzen haben, auch wenn weniger Menschen unter einem Dach leben.

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Quelle: Bundesamtes für Statistik.

Zwischen Ruhe und kurzen Wegen

Wie gut ein Zuhause zum eigenen Leben passt, hängt jedoch nicht allein von seiner Grösse ab. Ein eigenes Haus mit Garten verbindet sich für viele mit dem Wunsch nach Ruhe, Natur und Raum für die persönliche Lebensgestaltung.

Gleichzeitig soll der Alltag unkompliziert bleiben. Eine gute Anbindung an den öffentlichen Verkehr, erreichbare Einkaufsmöglichkeiten und kurze Wege zu Schule, Arbeit oder Freunden spielen bei der Wahl des Wohnorts eine wichtige Rolle. Wer im Grünen wohnen möchte, sucht deshalb häufig auch eine gute Verbindung zu den Orten und Menschen, die den Alltag prägen.

Diese Bedürfnisse lassen sich nicht immer miteinander vereinbaren. Die Nähe zum Arbeitsplatz, vertraute Menschen und eine gut ausgebaute Infrastruktur binden viele an die Stadt oder Agglomeration. So kann der Wunsch nach ländlichem Wohnen bestehen bleiben, während sich das tatsächliche Leben weiterhin auf die Zentren ausrichtet. Die tatsächliche Entwicklung lässt sich deshalb weniger als Landflucht beschreiben, sondern vielmehr als fortschreitende Verstädterung.

Ein anderer Wohnort, ein anderer Preis

Zwischen dem Wohnen im Zentrum und einem abgelegenen Haus auf dem Land liegen allerdings viele Möglichkeiten. Wie stark sich Immobilienpreise bereits innerhalb einer Region unterscheiden, zeigt unsere etwas andere ZVV S-Bahn Linienplan für Einfamilienhäuser und Eigentumswohnungen. Nur wenige Minuten Bahnfahrt können über mehrere tausend Franken pro Quadratmeter entscheiden. Gemeinden, die bei der Suche bisher nicht berücksichtigt wurden, können deshalb einen genaueren Blick wert sein. Ein längerer Arbeitsweg kann dabei ein bewusster Kompromiss sein. Wer bereit ist, täglich weiter zu pendeln, findet andernorts möglicherweise ein passendes Zuhause zu einem tieferen Preis. Das gilt im Kanton Zürich ebenso wie in anderen Regionen der Schweiz.

Was einen Umzug erschwert

Ein erweiterter Suchradius führt jedoch nicht automatisch zu einem Wohnwechsel. Die ZHAW-Studie «Wohnmobilität neu denken» aus dem Jahr 2025 untersucht, weshalb Veränderungen häufig ausbleiben. Sie bildet den Abschluss einer gemeinsam mit dem Bundesamt für Wohnungswesen, dem Hauseigentümerverband Schweiz und der Fédération Romande Immobilière durchgeführten Studienreihe.

Bei jüngeren Menschen stehen dem Wunsch nach Wohneigentum oft hohe Immobilienpreise, ein begrenztes Angebot und anspruchsvolle Finanzierungsanforderungen gegenüber. In späteren Lebensphasen stellt sich eine andere Frage: Lohnt es sich, eine vertraute Wohnsituation aufzugeben?

Wenn das Zuhause nicht mehr zum Alltag passt

Diese Frage wird besonders nach dem Auszug der Kinder oder mit der Pensionierung relevant. Die ZHAW-Forschung beschreibt, dass Menschen zwischen 45 und 79 Jahren teilweise in einer Wohnsituation leben, die nicht mehr zu ihren Bedürfnissen passt. Der Wunsch nach Veränderung ist vorhanden, doch geeignete Angebote fehlen oft.

Ein kleineres Zuhause kann weniger Unterhalt bedeuten. Eine zentralere Lage kann alltägliche Wege vereinfachen. Gleichzeitig hängen am bisherigen Haus Erinnerungen, vertraute Nachbarn und über Jahre gewachsene Gewohnheiten. Solche Überlegungen gehören zu einer Wohnentscheidung ebenso dazu wie Fläche und Preis.

Wer sich frühzeitig mit den Möglichkeiten auseinandersetzt, kann Veränderungen ohne unmittelbaren Zeitdruck planen. Neben der klassischen Wohnung oder dem eigenen Haus bieten Generationenhäuser, Wohngemeinschaften für Erwachsene und Wohnungen mit Dienstleistungen weitere Möglichkeiten. Je nach Lebensphase können sie mehr Gemeinschaft, Unterstützung im Alltag oder weniger Aufwand für den eigenen Haushalt bieten.

Wohnen heute und morgen

Was einzelne Haushalte beschäftigt, verändert auch die Anforderungen an das Wohnungsangebot. Die Zukunft des Wohnens in der Schweiz wird von einer wachsenden Zahl kleiner Haushalte und einer alternden Bevölkerung geprägt. Gefragt sind Wohnungen, die zu unterschiedlichen Lebensphasen passen: gut erschlossen, möglichst hindernisfrei und mit überschaubarem Unterhalt.

Gleichzeitig bieten bestehende Gebäude Potenzial, etwa durch Umbauten, zusätzliche Wohneinheiten oder Umnutzungen.

Der Welttag des Wohnens ist ein Anlass, die eigene Wohnsituation bewusst zu hinterfragen: Was soll ein Zuhause heute leisten und was wird in Zukunft wichtig?


Ansicht eines minimalistisch gestalteten Wohnzimmers mit einer eleganten Couch und einer großen Fensterscheibe, die natürliches Licht einlässt.

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